Abdeslam verweigert Aussage vor Gericht

Abdeslam verweigert Aussage vor Gericht

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in Brüssel der Prozess gegen den mutmasslichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam begonnen.

In Brüssel steht der einzige Überlebende der IS-Zelle vor Gericht, die als Urheberin der Anschläge vom November 2015 in Paris gilt. 130 Menschen wurden damals getötet. Salah Abdeslam sitzt seit fast zwei Jahren in einem französischen Gefängnis.

Von dort wurde Abdeslam unter strengen Sicherheitsvorkehrungen am Montag nach Brüssel überstellt. Zum Auftakt des Prozesses weigerte er sich, sich vor den Richtern zu erheben. Auch kündigte er an, keine Fragen zu beantworten. «Ich habe keine Angst vor euch (...), ich vertraue auf Allah», sagte Abdeslam». Er fügte hinzu: «Mein Schweigen macht aus mir keinen Kriminellen, das ist meine Verteidigung.»

 

In Molenbeek gefasst

Verantworten muss sich der 28-Jährige in Brüssel nicht wegen der Pariser Anschläge, sondern wegen einer Schiesserei mit der belgischen Polizei am 14. März 2016, also vier Monate später. Der Mann, der ihm mit Schüssen aus einer Automatikwaffe die Flucht ermöglichte, wurde damals getötet. Abdeslam wurde vier Tage später im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst – jenem Stadtteil, wo er und viele seiner Mitstreiter der Terrormiliz Islamischer Staat aufgewachsen waren.

Nochmals vier Tage später schlugen IS-Selbstmordattentäter erneut zu - diesmal am Flughafen von Brüssel und in der U-Bahn. Abdeslam soll auch an der Vorbereitung dieser Taten beteiligt gewesen sein. Bei den Anschlägen in den Hauptstädten von Belgien und Frankreich töteten die IS-Kämpfer insgesamt 162 Menschen – die tödlichsten Terroranschläge in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der Prozess in Brüssel steht unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Polizei und Militär sichern den Brüsseler Justizpalast. Dutzende Journalisten hatten sich für den Prozess, der bis Freitag dauern soll, akkreditieren lassen.

 

 

Quelle: 20 Minuten