Gymi bestraft Schüler mit Note 1

Gymi bestraft Schüler mit Note 1

Westschweizer Gymi-Schüler, die wegen des Klimastreiks eine Prüfung verpassten, haben reihenweise die schlechteste Note kassiert. Betroffene wehren sich.

Schüler des Gymnasiums in Payerne (VD) wollten am vergangenen Freitag etwas für das Klima tun und beteiligten sich am Klimastreik. In der Zeit wäre eigentlich eine Mathematik-Prüfung auf dem Programm gestanden. Die Lehrer kannten keine Gnade mit den Streikenden: Die Abwesenden kassierten eine Eins – die schlechteste Note.

Für Anne* ist das nicht nachvollziehbar. «Eine Strafe sollte nicht mit den Leistungen in der Schule vermischt werden», sagt sie. «Wenn ich nachsitzen müsste, hätte ich gar kein Problem damit. Jetzt aber habe ich vielleicht Probleme, das Schuljahr zu bestehen, obwohl die Note nichts mit meiner Leistung in Mathematik zu tun hat.» Das sei moralisch nicht korrekt. 

 

Rektor verteidigt Vorgehen

Annes Mutter sieht das ähnlich. Statt eine Krankheit vorzutäuschen, habe ihre Tochter ehrlicherweise die Wahrheit gesagt. Sie unterstütze das Engagement ihrer Tochter. Auch die Mutter der betroffenen Céline ist verärgert – und will nun Berufung gegen den 1er ihrer Tochter einlegen.

Der Rektor der Schule, Thierry Maire, verteidigt das Vorgehen. Es handle sich nicht um eine Bestrafung, sondern um die normale Anwendung der Vorschriften. «Das ist die Regel», sagt er. Anders wäre es gewesen, wenn die Schüler um eine Beurlaubung gebeten hätten. «Einige haben das getan. Mit ihnen fanden wir eine Lösung», erklärt Maire. 

 

Unterstützung von Bundesrätin

In anderen Kantonen hat der Klimastreik der Schüler zu Aussprachen mit den politisch Verantwortlichen geführt. Im Wallis wird eine Delegation der Schüler wegen einer Demonstration heute den zuständigen Staatsrat Christophe Darbellay (CVP) treffen. Auch im Kanton Waadt hat die zuständige Staatsrätin Cesla Amarelle angekündigt, sich mit den Schülern treffen zu wollen. 

Unterstützung erhielten die streikenden Schüler sogar von der obersten Umwelt-Verantwortlichen des Landes. «Es freut mich, wenn sich junge Menschen für die Zukunft engagieren. Vom Klimawandel sind sie besonders betroffen», liess SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga über Twitter verlauten.

*Name der Redaktion bekannt